RPO oder No Cure No Pay

Keine Einstellung, keine Rechnung. Das klingt nach Recruiting ohne Risiko, und genau darum ist es so beliebt. Wer aber auf die Anreize hinter dem Modell schaut, sieht ein anderes Bild. Der ehrliche wirtschaftliche Vergleich, ohne Karikaturen.

Das SocialFind-Team bei der Arbeit

Was ist No-Cure-No-Pay-Recruiting und wie verhält es sich zu RPO?

No Cure No Pay ist Personalvermittlung, bei der Sie nur zahlen, wenn ein Kandidat tatsächlich eingestellt wird. Das Risiko scheint bei der Agentur zu liegen, aber das Modell belohnt Geschwindigkeit und Volumen: Die Agentur verdient an Vermittlungen, nicht an Ihrem langfristigen Ergebnis. RPO ist das Gegenmodell: eine strukturelle Zusammenarbeit ohne Vermittlungshonorare, bei der der Partner auf nachhaltige Einstellungen und sinkende Kosten pro Einstellung hinarbeitet.

Was ist RPO?

Warum 'keine Einstellung = kein Honorar' so gut klingt

Das Angebot ist verführerisch einfach: Die Agentur legt los, und Sie zahlen erst, wenn jemand unterschreibt. Kein Ergebnis, keine Kosten. Für einen Arbeitgeber, der öfter von Agenturen enttäuscht wurde, fühlt sich das nach fair verteiltem Risiko an.

Und seien wir ehrlich: Als Bezahlmodell für eine einzelne Transaktion ist es auch sauber. Die Frage ist nur, ob eine einzelne Transaktion das ist, was Sie brauchen.

Schauen Sie auf das Incentive-Design

Ein Modell bestimmt Verhalten. Bei No Cure No Pay verdient die Agentur ausschließlich im Moment der Vermittlung. Das steuert auf drei Dinge:

  • Geschwindigkeit vor Tiefgang: Der am schnellsten vermittelbare Kandidat bringt das Honorar. Das ist nicht unbedingt der beste Kandidat für in zwei Jahren.
  • Die einfachsten Vakanzen zuerst: Schwer besetzbare Rollen bekommen in einem No-Cure-Portfolio strukturell die wenigste Aufmerksamkeit, denn die Chance auf ein Honorar ist dort am kleinsten. Ausgerechnet die Vakanzen, bei denen Sie die meiste Hilfe brauchen.
  • Derselbe Kandidat, mehrere Kunden: Der Kandidatenbestand ist das Geschäftsmodell der Agentur. Sie konkurrieren also mit den anderen Kunden derselben Agentur.

Das macht Agenturen nicht zu schlechten Partnern. Es macht sie zu rationalen Akteuren in einem Modell, das auf Transaktionen gebaut ist.

Transaktion versus Recruiting-System

Die grundlegende Frage ist nicht, welche Agentur besser ist, sondern was Sie da eigentlich kaufen. Bei No Cure No Pay kaufen Sie einzelne Ergebnisse. Mit RPO bauen Sie ein System: einen Ansatz pro Funktionstyp, Kampagnen und Content unter Ihrem eigenen Namen, einen gefüllten Talentpool und Daten, die jede weitere Einstellung günstiger und schneller machen.

Vermittlungshonorar versus Total Cost per Hire

Das Honorar ist sichtbar, der Rest der Kosten nicht. Rechnen Sie für einen ehrlichen Vergleich mit: die Monate, in denen eine Vakanz offen bleibt, während die Agentur 'kostenlos daran arbeitet', die internen Stunden für das immer neue Briefen von Agenturen und die Tatsache, dass nach jeder Vermittlung nichts von Wert in Ihrer Organisation zurückbleibt. Wie Sie diese Rechnung vollständig machen, steht auf der Businesscase-Seite.

Externer Kandidatenbestand versus eigener Employer-Brand-Wert

Vielleicht der größte Unterschied auf lange Sicht: Bei No Cure No Pay lernen Kandidaten die Agentur kennen. Bei einem White-Label-Ansatz lernen sie Sie kennen. Jede Kampagne, jede Candidate Experience und jede Bewerbung baut Bekanntheit und Präferenz für Ihre Arbeitgebermarke auf. Dieser Wert bleibt, auch wenn die Zusammenarbeit irgendwann endet.

Wann ist No Cure No Pay durchaus logisch?

  • Sie haben gelegentlich eine einzelne Vakanz und keinen strukturellen Recruiting-Bedarf.
  • Die Rolle ist gängig genug, dass Agenturen gern darauf jagen (denn knappe Rollen bekommen in diesem Modell wenig Aufmerksamkeit).
  • Sie akzeptieren, dass Sie nichts aufbauen und die Kandidatenbeziehung bei der Agentur liegt.

In dieser Situation: gutes Modell, nutzen Sie es ruhig.

Wann wird RPO strukturell interessanter?

Sobald Recruiting kein Einzelfall mehr ist. Mehrere Vakanzen pro Jahr, wiederkehrender Zustrom, schwer erreichbare Zielgruppen oder der Wunsch, dass Ihre Arbeitgebermarke mit dem Recruiting mitwächst. Dann wollen Sie keinen Stapel einzelner Transaktionen, sondern einen Partner, der das Anliegen übernimmt und den kompletten Funnel unter Ihrem Namen fährt.

Der Vergleich

No Cure No Pay und RPO nebeneinander

Beide Modelle sind legitim. Sie sind nur für unterschiedliche Anliegen gebaut.

No Cure No PaySocialFind RPO
PreismodellHonorar pro Vermittlung, nur bei einer EinstellungFeste Zusammenarbeit, keine Vermittlungshonorare
Anreiz des PartnersSchnell und viel vermittelnNachhaltige Einstellungen und sinkende Kosten pro Einstellung
Aufmerksamkeit für schwierige VakanzenStrukturell am niedrigsten: kleinste Chance auf ein HonorarGenau darauf wird der Ansatz ausgerichtet
KandidatenbestandEigentum und Geschäftsmodell der AgenturTalentpool rund um Ihre Marke aufgebaut, gehört Ihnen
Employer BrandingNicht BestandteilKernbestandteil, wird mit jeder Kampagne stärker
Wen Kandidaten kennenlernenDie AgenturIhre Organisation
Verborgene KostenLängere Time-to-Hire, Briefings, kein AufbauTransparentes Kostenmodell, messbar pro Funnel-Schritt
Geeignet fürGelegentliche, gängige VakanzenStrukturellen und vielfältigen Personalbedarf

Für eine gelegentliche, gängige Vakanz ist No Cure No Pay eine gute Wahl. Der Vergleich dreht sich darum, was Sie brauchen, sobald Recruiting strukturell wird.

Häufige Fragen zu No Cure No Pay

Einzelne Vermittlungen oder bleibender Wert ?

Lassen Sie uns ehrlich mitrechnen, was Ihr aktuelles Modell kostet und bringt, inklusive der Kosten, die auf keiner Rechnung stehen.