Kann man bei Indeed noch kostenlos Stellenanzeigen schalten?
Kostenlos schalten geht bei Indeed noch, aber mit festem Limit. Wie es gezählt wird, was sich zum Jahresende für Anzeigen über Feeds und Agenturen ändert und wann sich Bezahlen lohnt.
Von Ylin Fortuijn, Recruitment Specialist
Ja, aber begrenzt. Nach der Richtlinie von Indeed können Arbeitgeber in Deutschland, der Schweiz und weiteren Ländern höchstens 3 kostenlose Stellenanzeigen pro Kalendermonat schalten, und jede ist maximal 30 Tage in den Suchergebnissen sichtbar. Danach heißt es sponsern. Für Anzeigen über Feeds und Agenturen folgt am 31. Dezember 2026 ein weiterer Einschnitt.
Wie funktioniert das Limit von drei kostenlosen Anzeigen?
Die Regel ist kurz, das Kleingedruckte nicht. Indeed zählt pro Kalendermonat, am ersten Tag des Monats um Mitternacht springt der Zähler auf null. Was Arbeitgeber überrascht, steht in den Details, die Indeed im eigenen Hilfe-Center erklärt.
Eine geschlossene Anzeige gibt den Platz nicht zurück. Wer drei Anzeigen schaltet und eine nach einer Woche schließt, hat trotzdem alle drei kostenlosen Plätze des Monats verbraucht.
Eine Kopie ist eine neue Anzeige. Für Indeed ist eine kopierte Anzeige eine neue Schaltung und zählt zu den drei.
Wiedereröffnen verlängert nichts. Eine wieder geöffnete Anzeige bleibt nur bis dreißig Tage nach der ursprünglichen Schaltung kostenlos. Danach muss sie gesponsert werden, um in den Suchergebnissen zu bleiben.
Das Limit gilt für das ganze Unternehmen. Hängen Standorte oder Marken an einem Mutterunternehmen, teilen sie sich dieselben drei Anzeigen pro Monat. Fünf Konten für fünf Standorte ergeben also keine fünfzehn kostenlosen Anzeigen. Stimmen Sie intern ab, wer in welchem Monat die freien Plätze nutzt.
Außerdem nennt Indeed Fälle, in denen auch innerhalb des Limits eine Bezahlung nötig sein kann: wenn Ihre Anzeigen bereits über einen Datenfeed, Ihre Karriereseite oder Ihr Bewerbermanagementsystem zu Indeed gelangen und Sie zusätzlich direkt schalten, bei Stellen mit Umzug und bei vertraulichen Anzeigen ohne Firmennamen. Und eine kostenlose Anzeige rutscht in den Ergebnissen nach unten, sobald neuere hinzukommen.
Was ändert sich am 31. Dezember für Anzeigen über einen Feed?
Viele Arbeitgeber schalten gar nicht selbst bei Indeed. Ihr Bewerbermanagementsystem oder ihre Mediaagentur schickt die Stellen automatisch per XML-Feed, und genau dort hat Indeed in diesem Jahr schrittweise eingegriffen.
Seit dem 31. März 2026 erscheinen Stellen aus einem solchen Feed nicht mehr kostenlos, wenn sie auch über ein Bewerbermanagementsystem mit Indeed-Anbindung geschaltet werden können. Sichtbar sind sie dann nur noch gesponsert. Für Agenturen ging es am 30. Juni weiter: ihre eigenen Feeds mit solchen Stellen, die nur noch gesponsert sichtbar waren, verschwanden ganz. Am 31. Dezember 2026 kommt der letzte Schritt: Dann sind auch Stellen aus angebundenen Systemen, die über den Sammelfeed einer Agentur kommen, nicht mehr sichtbar, ebenso die Agenturfeeds, die seit März unter die Regel fielen. Agenturen können sie danach nur noch über die Job Update API von Indeed verwalten.
Hat Ihr System keine Indeed-Anbindung, gilt die Änderung laut Indeed nicht für Sie. Im Zweifel suchen Sie Ihr System im Integrations Hub von Indeed oder fragen Ihren Anbieter oder Ihre Agentur. Tun Sie das jetzt und nicht Ende Dezember: Der Umstieg auf eine Anbindung braucht Zeit, und eine Anzeige, die still aus den Suchergebnissen verschwindet, bemerken Sie erst an den Bewerbungszahlen.
Was kostet eine gesponserte Anzeige?
Einen Festpreis gibt es nicht. Sie legen ein Budget fest, Indeed schlägt eines auf Basis von Titel, Ort und Anzeigentext vor, und Sie zahlen je nach Konto und Markt pro Klick oder pro begonnener Bewerbung. Pausieren oder beenden können Sie jederzeit.
Ob es sich lohnt, hängt weniger vom Preis pro Klick ab als davon, was danach passiert. Eine günstige Bewerbung, die nie zum Gespräch führt, ist teuer. Was wir dazu in unseren eigenen Kampagnen sehen, steht auf unserer Seite mit Zahlen und Forschung. Und eine schwache Anzeige wird durch Sponsoring nicht besser, nur sichtbarer; wie Sie sie stärken, lesen Sie in wie schreibt man eine Stellenanzeige, die funktioniert.
Indeed erreicht vor allem Menschen, die aktiv suchen. Kommen zu wenige Reaktionen, liegt das Problem oft bei denen, die nicht suchen. Woran das liegt, steht unter zu wenig Bewerber. Was Recruiting über uns kostet und wohin das Mediabudget fließt, lesen Sie bei den Fragen zu Kosten.
Was fragen Arbeitgeber uns zu Indeed?
Gilt das Limit von drei pro Standort?
Nein, pro Unternehmen. Alle Konten unter demselben Mutterunternehmen teilen sich drei kostenlose Anzeigen pro Kalendermonat. Hat ein anderer Standort in diesem Monat schon drei geschaltet, muss Ihre Anzeige gesponsert werden, um sichtbar zu sein. Legen Sie deshalb vorab fest, welche Stellen die freien Plätze bekommen, etwa die, auf die ohnehin viele Bewerbungen kommen.
Warum erscheint meine Anzeige nicht mehr in den Suchergebnissen?
Meist aus einem von drei Gründen. Die dreißig Tage sind vorbei, das Limit von drei ist in diesem Monat schon von Ihnen oder einem anderen Standort verbraucht, oder die Anzeige kommt über einen Feed, der seit diesem Jahr nur gesponsert sichtbar ist. Indeed kann eine Anzeige außerdem markieren, wenn sie den Richtlinien nicht entspricht. Den Status sehen Sie in Ihrem Arbeitgeber-Dashboard.
Lohnt sich kostenloses Schalten bei Indeed noch?
Für eine oder zwei Stellen im Monat ohne Zeitdruck ja: Es kostet nichts und erreicht aktiv Suchende. Für mehr Stellen oder für Funktionen, nach denen kaum jemand aktiv sucht, kommen Sie mit drei kostenlosen Anzeigen von dreißig Tagen nicht weit. Ob Einzelschaltungen dann noch sinnvoll sind oder ein fester Ansatz, rechnen wir im Business Case für RPO durch.
Ändert sich etwas, wenn ich direkt selbst schalte?
Bei den Feed-Regeln nicht, denn die betreffen Stellen, die ein System oder eine Agentur automatisch schickt. Für direkte Schaltungen gilt das Limit von drei pro Kalendermonat. Eine Ausnahme wird oft übersehen: Kommen Ihre Stellen bereits über einen Feed oder Ihr Bewerbermanagementsystem zu Indeed und schalten Sie zusätzlich selbst, kann Indeed Sponsoring verlangen. Wählen Sie also einen Weg und bleiben Sie dabei.
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