Kündigungsfrist in den Niederlanden: Welche Regeln gelten für Arbeitgeber?

In den Niederlanden beträgt die Kündigungsfrist für Arbeitgeber höchstens 4 Monate statt bis zu 7 wie in Deutschland. Was gilt und was es für Ihre Einstellungen bedeutet.

Von Joena Ruchtie, Co-Founder

Dieser Artikel behandelt niederländisches Arbeitsrecht: In den Niederlanden kündigt der Arbeitgeber nach Artikel 7:672 des Burgerlijk Wetboek mit einer Frist von 1 Monat bei weniger als 5 Jahren Beschäftigung, bis höchstens 4 Monate ab 15 Jahren. Nach § 622 BGB sind es in Deutschland bis zu 7 Monate. Der Arbeitnehmer kündigt in den Niederlanden mit 1 Monat.

Wie lang ist die Kündigungsfrist für Arbeitgeber in den Niederlanden?

Maßgeblich ist, wie lange das Arbeitsverhältnis am Tag der Kündigung bestanden hat. Das niederländische Gesetz kennt vier Stufen:

Unter 5 Jahren: 1 Monat. 5 bis unter 10 Jahre: 2 Monate. 10 bis unter 15 Jahre: 3 Monate. Ab 15 Jahren: 4 Monate.

Die Stufen sind also gröber als in Deutschland, wo § 622 BGB nach 2, 5, 8, 10, 12, 15 und 20 Jahren eine längere Frist vorsieht. Hat der Arbeitnehmer das niederländische Rentenalter erreicht, beträgt die Frist des Arbeitgebers immer 1 Monat. Für den Arbeitnehmer gilt gesetzlich 1 Monat, unabhängig von der Dauer der Beschäftigung.

Gekündigt wird zum Monatsende, sofern nicht schriftlich oder durch Branchenübung ein anderer Tag gilt. Den deutschen Termin zum Fünfzehnten gibt es dort nicht. Wer am 10. März mit einer Frist von 1 Monat kündigt, beendet den Vertrag also zum 30. April.

Eine kürzere Frist für den Arbeitgeber ist nur über einen Tarifvertrag möglich, in den Niederlanden cao genannt. Verlängern lässt sich die Frist schriftlich. Vereinbaren Sie für den Arbeitnehmer eine längere Frist, gilt ein festes Verhältnis: Seine Frist darf höchstens 6 Monate betragen, und Ihre muss dann mindestens doppelt so lang sein.

Hat die niederländische Arbeitsverwaltung UWV der Kündigung zugestimmt, darf der Arbeitgeber die Dauer des Verfahrens von seiner Frist abziehen; mindestens 1 Monat muss aber bleiben. Wer zu früh kündigt, schuldet den Lohn für den Zeitraum, den das Arbeitsverhältnis noch hätte dauern müssen.

In der Probezeit gibt es keine Kündigungsfrist. Mehr dazu in Probezeit in den Niederlanden: Wann darf der Arbeitgeber kündigen?

Gibt es ab 2026 neue Regeln zur Kündigungsfrist?

Für die Frist des Arbeitgebers hat sich 2026 nichts geändert. Die Stufen von 1 bis 4 Monaten stehen in der Fassung von Artikel 7:672, die am 4. November 2026 gilt, und keine beschlossene Änderung betrifft sie.

Eine Änderung kommt für eine kleine Gruppe. Das niederländische Gesetz für mehr Sicherheit von Flexkräften, die Wet meer zekerheid flexwerkers, wurde im Juli 2026 im Staatsblad veröffentlicht und ändert ab dem 1. Januar 2028 den fünften Absatz von Artikel 7:672. Er betrifft die Frist des Arbeitnehmers bei Abrufverträgen ohne festen Arbeitsumfang: künftig vier Tage, oder weniger, wenn die cao das bestimmt, aber nie unter 24 Stunden. Für unbefristete Verträge mit festen Stunden bleibt alles, wie es ist.

Was bedeutet die Kündigungsfrist für Ihre Einstellungen?

Ein Kandidat, der in den Niederlanden angestellt ist, muss zuerst seine eigene Frist einhalten: gesetzlich 1 Monat zum Monatsende. Unterschreibt er am 10. November und kündigt am selben Tag, läuft sein Vertrag bis zum 31. Dezember. Er beginnt also frühestens am 1. Januar, gut sieben Wochen später.

Bei erfahrenen Fachkräften kann es länger dauern, denn eine Frist von bis zu 6 Monaten kann schriftlich vereinbart sein. Fragen Sie deshalb schon im ersten Gespräch danach und nicht erst beim Angebot. Oft gehört die Frage nach einem Wettbewerbsverbot dazu; was das bedeutet, lesen Sie in Wettbewerbsverbot in den Niederlanden.

Die Zeit bis zur Besetzung einer Stelle besteht aus der Zeit bis zur Zusage plus der Kündigungsfrist des Kandidaten, und nur den ersten Teil haben Sie selbst in der Hand. Wie Sie ihn verkürzen, steht unter Time-to-Hire verkürzen. Kündigt jemand in Ihrem Team mit 1 Monat Frist, bleibt wenig Zeit: Beginnen Sie mit der Suche, sobald die Kündigung eingeht. Reicht die eigene Kapazität dafür nicht, können Sie das Recruiting auslagern.

Was fragen Arbeitgeber uns zur Kündigungsfrist?

Gilt bei einem befristeten Vertrag eine Kündigungsfrist?

Nein. Ein befristeter Vertrag endet in den Niederlanden automatisch am vereinbarten Datum. Eine vorzeitige Kündigung ist nur möglich, wenn das Recht dazu für beide Seiten schriftlich vereinbart ist; dann gilt die normale Frist. Bei einem Vertrag ab 6 Monaten muss der Arbeitgeber spätestens einen Monat vor dem Ende schriftlich mitteilen, ob er verlängert. Sonst schuldet er einen Monatslohn.

Kann ich mit einem neuen Mitarbeiter eine kürzere Frist vereinbaren?

Für sich selbst als Arbeitgeber nicht: Eine kürzere Frist als die gesetzliche ist nur über die cao möglich. Für den Arbeitnehmer können Sie schriftlich abweichen, aber eine längere Frist für ihn bindet Sie an mindestens das Doppelte. Im Zweifel bleiben Sie bei den gesetzlichen Fristen und halten diese im Vertrag fest.

Was passiert, wenn ich als Arbeitgeber zu kurz kündige?

Das Arbeitsverhältnis endet trotzdem, aber Sie schulden dem Arbeitnehmer eine Entschädigung in Höhe des Lohns für den Zeitraum, den der Vertrag bei richtiger Kündigung noch gedauert hätte. Das niederländische Amtsgericht, der kantonrechter, kann den Betrag in bestimmten Fällen herabsetzen. Kündigen Sie im Zweifel lieber einige Wochen später als einen Tag zu früh.

SocialFind hat diesen Artikel auf Grundlage des niederländischen Burgerlijk Wetboek, des Staatsblad und der Erläuterungen der niederländischen Regierung und des Ondernemersplein geschrieben, geprüft am 4. November 2026; die deutschen Fristen stammen aus § 622 BGB. Dies ist keine Rechtsberatung. Wenn Sie solche Artikel per E-Mail erhalten möchten, melden Sie sich für unseren Newsletter an.

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