Funktioniert ein Recruiting-Video, und was gehört hinein?

Ein Recruiting-Video wirkt, wenn es in den ersten Sekunden die Arbeit selbst zeigt, auf dem Smartphone. Was hineingehört und wann Sie es austauschen.

Von Joost Boogmans, Co-Founder

Ja, wenn es zeigt, was ein Foto und ein Text nicht können: die Arbeit selbst, den Ort und die Menschen, mit denen man zusammenarbeitet. Gesehen wird es fast immer auf dem Smartphone: Von den Bewerbungen über unsere eigenen Bewerbungsformulare kamen 95 Prozent über ein Mobilgerät herein. Und auch ein gutes Video nutzt sich ab, meist schneller als gedacht.

Diese Zahl beschreibt unseren eigenen Kanal, nicht den ganzen Markt. Wir werben fast ausschließlich auf Facebook und Instagram, und dieses Publikum ist auf dem Smartphone unterwegs. Wer über diese Kanäle Personal sucht, sollte aber genau mit dieser Situation rechnen: hochkant, zwischen allem anderen, der Daumen schon über dem Bildschirm.

Wann wirkt ein Recruiting-Video besser als ein Foto?

Einen festen Prozentsatz für Video gegenüber Foto nennen wir nicht. Der Unterschied hängt von der Stelle ab und vor allem vom Video selbst. Ein schwaches Video verliert gegen ein starkes Foto. Was wir in mehr als 2.800 Creatives aber immer wieder sehen, ist, woher der Unterschied kommt.

Auf breiten Plattformen wie Facebook und Instagram findet ein großer Teil der eigentlichen Auswahl in der Anzeige selbst statt, nicht in den Zielgruppeneinstellungen. Wer sich in der gezeigten Arbeit wiedererkennt, schaut weiter. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, scrollt weiter. Ein Video kann davon mehr transportieren als ein Foto, weil es in denselben wenigen Sekunden mehr zeigt: wie es in der Werkstatt klingt, wie die Kollegen miteinander sprechen, wie hoch das Tempo ist.

Dem steht gegenüber, dass Sie nicht nur mit anderen Stellenanzeigen konkurrieren. Sie konkurrieren mit allem, was jemand auf dem Smartphone sieht, vom Clip eines Freundes bis zum Hund auf dem Skateboard. Ein Video, das mit einem Logo, einer Drohnenaufnahme des Firmengebäudes oder einem Satz über Unternehmenswerte beginnt, ist verloren, bevor es angefangen hat.

Ein Video lohnt sich deshalb vor allem für Stellen, bei denen die Arbeit etwas zu zeigen hat, und für Arbeitgeber, die die Zielgruppe noch nicht kennt. Ein kleiner Betrieb ohne bekannten Namen gewinnt wenig mit einem schönen Logo, aber viel mit einer Kollegin, die zeigt, wie ihr Tag aussieht. Wie wir solches Material produzieren, lesen Sie unter Recruiting-Content.

Was gehört in ein Recruiting-Video?

Die ersten Sekunden zeigen die Arbeit, nicht das Unternehmen. Ein Servicetechniker bei der Fehlersuche, ein Koch mitten im Abendgeschäft, eine Disponentin mit drei Telefonen gleichzeitig. Wer diese Arbeit will, bleibt dran. Wer sie nicht will, steigt aus, und auch das ist ein Gewinn.

Zeigen Sie echte Kollegen am echten Arbeitsplatz. Keine Schauspieler, kein Stockmaterial und keine Bilder aus der KI. Gerade weil so viel glatter und generierter Content unterwegs ist, fällt echtes Material auf. Die Kollegin, die im Video erzählt, ist später auch diejenige, die die neue Kraft einarbeitet, und das spüren die Zuschauer.

Erzählen Sie einen gewöhnlichen Arbeitstag statt eines Versprechens. Wann fängt man an, mit wem arbeitet man, was ist der schwierigste Teil des Tages. Ein Arbeitgeber, der nur sagt, dass die Stimmung gut ist, sagt nichts, was die Konkurrenz nicht auch sagt. Genau dort geht Employer Branding oft schief: zu glatt, zu allgemein, ohne konkrete Geschichte.

Produzieren Sie für das Smartphone. Hochformat, Untertitel im Bild, denn Ihr Video startet oft ohne Ton, und die wichtigsten Informationen nicht nur im gesprochenen Text. Das Video muss nicht alles erzählen. Gehalt, Arbeitszeiten und die Schritte nach der Bewerbung gehören in den Text darunter und in die Stellenanzeige.

Und nutzen Sie die Menschen, die etwas zu sagen haben. Eine Geschäftsführerin muss keine Recruiterin werden, aber eine Stunde pro Quartal über das Unternehmen, das Fach und die Pläne liefert Material für Monate.

Wie lange wirkt ein Recruiting-Video?

Kürzer, als die meisten Arbeitgeber erwarten. In unseren eigenen Anzeigen, gestartet ab August 2024, war eine Bewerbung in Woche 3 in der Hälfte der Fälle bereits anderthalb Mal so teuer wie in Woche 1, und ab Woche 9 fast doppelt so teuer. Dieselben Menschen sehen dasselbe Video immer wieder, und wer es schon kennt, reagiert nicht mehr.

Deshalb erneuern wir eine Anzeige nach etwa vier Wochen mit einem neuen Einstieg. Der beste Zeitpunkt, das einzuplanen, ist der Drehtag selbst: Filmen Sie mehrere Einstiege, mehrere Kollegen und mehrere Momente des Tages, damit Sie später wechseln können, ohne neu zu drehen. Wie das in einer laufenden Kampagne funktioniert, lesen Sie unter Job-Marketing.

Ein neues Video löst nicht alles. Sehen Sie Reichweite, aber wenige Klicks, liegt es meist am Video und an der Botschaft. Klicken die Leute, bewerben sich aber nicht, steckt das Problem im Angebot oder im Bewerbungsformular. Wo es bei Ihnen hakt, entscheidet, ob Kreation die Antwort ist; mehr dazu im Vergleich RPO oder Recruitment-Marketing-Agentur.

Was fragen Arbeitgeber uns zu Recruiting-Videos?

Muss ein Recruiting-Video professionell gedreht sein?

Es muss gut verständlich sein: scharfes Bild, klarer Ton, Untertitel. Aber glatt ist nicht dasselbe wie gut. Ein Video, das aussieht wie ein Werbespot, löst dieselbe Reaktion aus wie ein Werbespot. Den Unterschied macht, wer im Bild ist und was diese Person zeigt. Eine Kollegin, die offen sagt, was an der Arbeit schwierig ist, überzeugt mehr als eine perfekt ausgeleuchtete Präsentation.

Wie lang sollte ein Recruiting-Video sein?

So lang wie nötig, um eine Sache gut zu zeigen, und nicht länger. Die ersten Sekunden entscheiden, ob jemand weiterschaut, also gehört dorthin die Arbeit selbst. Drehen Sie lieber mehrere kurze Videos mit jeweils einem eigenen Thema, etwa eine Kollegin, ein Arbeitsplatz und ein Moment des Tages, statt eines langen Videos, das alles erzählen will. Dann haben Sie auch gleich Material zum Wechseln, wenn das erste sich abnutzt.

Auf welchem Kanal sollte ein Recruiting-Video laufen?

Das hängt davon ab, wen Sie suchen. Für praktische und operative Stellen ist die Zielgruppe oft auf Facebook und Instagram, wo ein kurzes Hochformatvideo gut funktioniert. Für Büro- und Fachstellen spielt LinkedIn eine größere Rolle, und dort zählt oft mehr, wer das Video teilt, als das Video selbst. Ein Video, das auf einem Kanal funktioniert, funktioniert nicht automatisch auf einem anderen. Mehr dazu unter Kanäle.

Kann ich ein Recruiting-Video mit KI erstellen lassen?

Für eine Animation, die einen Ablauf erklärt, ja. Ein Video, das zeigen soll, wie es ist, irgendwo zu arbeiten, braucht aber echte Menschen und einen echten Arbeitsplatz. Bewerbende wollen ihre künftigen Kollegen sehen. Je mehr generierte Inhalte im Umlauf sind, desto mehr fällt echtes Material auf, und desto schneller merken Zuschauer, wenn etwas nicht echt ist.

SocialFind dreht Videos mit den eigenen Mitarbeitenden eines Arbeitgebers, als Teil der Kampagnen, die wir selbst betreuen, und misst, was jedes Video bringt. Wenn Sie solche Artikel per E-Mail erhalten möchten, abonnieren Sie unseren Newsletter.

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