Wie stellen Sie hochqualifizierte Migranten in den Niederlanden ein?

Wer in den Niederlanden einen hochqualifizierten Migranten einstellt, braucht eine Anerkennung der IND und ein Gehalt über der Grenze: 2026 ab 30 Jahren 5.942 Euro im Monat.

Von Joena Ruchtie, Co-Founder

Dieser Artikel behandelt niederländisches Aufenthaltsrecht: Wer in den Niederlanden einen hochqualifizierten Migranten einstellt, muss von der Einwanderungsbehörde IND als Referent anerkannt sein. 2026 muss das Gehalt laut IND mindestens 5.942 Euro brutto im Monat betragen, ab 30 Jahren, und 4.357 Euro für Jüngere, jeweils ohne Urlaubsgeld.

Wer gilt in den Niederlanden als hochqualifizierter Migrant?

Der niederländische Begriff lautet Kennismigrant. Gemeint ist eine Arbeitskraft von außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz, die bei einem von der IND anerkannten Arbeitgeber arbeitet und ein Gehalt über einer festen Grenze bezieht. Es gibt keine Liste zugelassener Berufe und im nationalen Verfahren keine Pflicht zu einem bestimmten Abschluss. Entscheidend sind das Gehalt und die Anerkennung des Arbeitgebers.

Für Arbeitgeber, die das deutsche Verfahren kennen, ist ein Punkt neu: Eine gesonderte Arbeitserlaubnis der niederländischen Arbeitsagentur UWV ist für diese Tätigkeit nicht nötig, und damit entfällt auch deren Prüfung, ob die Stelle mit Bewerbern aus den Niederlanden oder der EU besetzt werden könnte. Die Aufenthaltserlaubnis der IND deckt die Arbeit ab. Kommt Ihr Kandidat aus der EU, brauchen Sie nichts davon. Wie sich die beiden Wege unterscheiden, lesen Sie in unserem Beitrag über Mitarbeiter aus dem Ausland gewinnen.

Wie werden Sie als Referent anerkannt?

Die Anerkennung beantragen Sie einmal bei der IND. Ihr Unternehmen muss im niederländischen Handelsregister eingetragen sein, und die IND prüft, ob Fortbestand und Zahlungsfähigkeit ausreichend gesichert sind. Die gesetzliche Entscheidungsfrist beträgt drei Monate. Laut Gebührentabelle der IND kostet die Anerkennung 5.080 Euro, für Organisationen mit höchstens 50 Beschäftigten 2.539 Euro. Sie gilt, bis Sie sie kündigen oder die Voraussetzungen nicht mehr erfüllen.

Welches Mindestgehalt gilt für hochqualifizierte Migranten?

Die IND kennt drei Beträge, jeweils brutto im Monat ohne Urlaubsgeld:

5.942 Euro ab 30 Jahren, 4.357 Euro unter 30 Jahren und ein ermäßigter Betrag von 3.122 Euro.

Der ermäßigte Betrag gilt für Absolventen, die während oder direkt nach dem niederländischen Suchjahr für Hochqualifizierte anfangen oder innerhalb von drei Jahren nach Studienabschluss oder Promotion. Für die Blaue Karte EU, eine eigene Erlaubnis, nennt die IND 5.942 Euro und ermäßigt 4.754 Euro.

Mitgezählt wird weniger, als viele Bewerber erwarten. Das Bruttogehalt muss jeden Monat auf ein Konto auf den Namen der Arbeitskraft fließen. Feste Zulagen zählen nur, wenn sie im Arbeitsvertrag stehen und monatlich gezahlt werden. Urlaubsgeld, Sachbezüge und unsichere Beträge wie Überstunden zählen nicht. Außerdem muss das Gehalt marktüblich sein. Ein Angebot knapp über der Grenze, aber deutlich unter dem üblichen Lohn für die Stelle, reicht also nicht.

Die Beträge werden jedes Jahr zum 1. Januar neu festgesetzt. Die Werte für 2026 hat die IND am 24. Dezember 2025 veröffentlicht; die Werte für 2027 lagen am 30. Oktober 2026 noch nicht vor. Planen Sie bei einem Start im Januar daher etwas Spielraum ein. Für das Nettogehalt spielt oft die 30-Prozent-Regelung eine Rolle, die eine eigene Gehaltsgrenze hat.

Wie lange dauert ein Antrag bei der IND?

Den Antrag auf die Aufenthaltserlaubnis stellen Sie als anerkannter Referent, nicht die Arbeitskraft selbst. Die Gebühr beträgt 423 Euro. Gesetzlich hat die IND 90 Tage Zeit, sie strebt aber zwei Wochen an, sofern der Antrag vollständig ist. Braucht der Kandidat ein Einreisevisum (mvv), beantragen Sie es gleichzeitig; danach bleiben 90 Tage, um es bei der niederländischen Botschaft abzuholen, und weitere 90 Tage für die Einreise.

Die Erlaubnis gilt so lange wie der Vertrag, höchstens fünf Jahre. Ab dem ersten Arbeitstag müssen Sie Änderungen, die den Aufenthalt betreffen, innerhalb von vier Wochen der IND melden: ein Ausscheiden, eine andere Funktion oder ein Gehalt, das unter die Grenze fällt. Verliert die Arbeitskraft ihre Stelle, hat sie drei Monate Zeit für einen neuen anerkannten Arbeitgeber, nach zwei Jahren mit der Erlaubnis sechs Monate.

Was fragen Arbeitgeber uns zu hochqualifizierten Migranten?

Für welche Stellen lohnt sich das Verfahren?

Vor allem für Stellen, deren Gehalt ohnehin über der Grenze liegt: erfahrene Fachkräfte in Technik, IT, Finanzen und Forschung. Bei Gehältern um den niederländischen Durchschnitt ist die Grenze für Bewerber ab 30 oft zu hoch. Was solche Fachkräfte neben dem Gehalt abwägen, lesen Sie unter Arbeitsbedingungen, die zählen; wie wir Fach- und Bürofunktionen besetzen, steht auf dieser Seite.

Was ändert sich 2027?

Sicher ist, dass die Beträge wie jedes Jahr angepasst werden und die 30-Prozent-Regelung auf 27 Prozent sinkt. Die niederländische Regierung hat zudem vorgeschlagen, die Gehaltsgrenze weiter anzuheben und anerkannte Referenten strenger zu prüfen. Laut dem Regierungsportal Ondernemersplein liegt der Vorschlag noch bei beiden Kammern des Parlaments, ein Datum steht nicht fest.

Kann eine Personalvermittlung den Antrag stellen?

Der Antrag gehört zum anerkannten Referenten, also zum Arbeitgeber, bei dem die Arbeitskraft angestellt wird. Eine Vermittlung kann den Kandidaten finden und die Unterlagen vorbereiten, aber Anerkennung, Vertrag und Meldepflicht bleiben bei Ihnen. Welche Formen der Zusammenarbeit mit einer Vermittlung es gibt, erklärt unser Recruiting-Glossar.

SocialFind hat diesen Artikel auf Grundlage der Seiten und Veröffentlichungen der IND und des Ondernemersplein geschrieben, geprüft am 30. Oktober 2026. Dies ist keine Rechtsberatung. Wenn Sie solche Artikel per E-Mail erhalten möchten, melden Sie sich für unseren Newsletter an.

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