VOG beantragen als Arbeitgeber in den Niederlanden: Wie funktioniert das?

Justis erhielt 2025 mehr als 1,7 Millionen VOG-Anträge. Wie Arbeitgeber in den Niederlanden einen Antrag vorbereiten, was er kostet und wie lange er dauert.

Von Joena Ruchtie, Co-Founder

Dieser Artikel beschreibt niederländisches Recht: Wer in den Niederlanden Personal einstellt, beantragt die VOG online in MijnJustis, die Person schließt den Antrag ab und zahlt 33,85 Euro. Nach den Quartalszahlen von Justis gingen 2025 mehr als 1,7 Millionen VOG-Anträge von Personen ein, abgelehnt wurden 4.039, also gut zwei von tausend.

Was ist eine VOG, und wer stellt sie aus?

Die Verklaring Omtrent het Gedrag, kurz VOG, ist nach der Beschreibung von Justis eine Erklärung des niederländischen Ministers, dass gegen die Person keine Verurteilung vorliegt, die für die vorgesehene Tätigkeit von Bedeutung ist. Justis ist die einzige Stelle, die sie ausstellt. Entscheidend ist der Bezug auf die Tätigkeit: Ein Buchhalter mit einer Verurteilung wegen Trunkenheit am Steuer kann eine VOG erhalten, ein Buchhalter mit einer Verurteilung wegen Betrugs eher nicht. Worauf Justis prüft, legt der Arbeitgeber über das Screeningprofil fest.

Können Sie die VOG als Arbeitgeber online beantragen?

Ja, das ist der übliche Weg. Justis nennt drei Arten, einen Antrag zu starten, und bei allen dreien macht der Arbeitgeber den ersten Schritt. Digital läuft es so ab.

Schritt 1: eHerkenning einrichten. Ihre Organisation braucht laut Justis eHerkenning auf Niveau 2+ mit der Berechtigung "VOG: aanvraag Verklaring Omtrent het Gedrag". eHerkenning erwerben Sie bei einem zugelassenen Anbieter; kümmern Sie sich also vor dem ersten Angebot darum.

Schritt 2: in MijnJustis anmelden und das Screeningprofil wählen. Sie hinterlegen einmalig die Daten Ihrer Organisation und wählen dann das Profil, das zur Stelle passt. Im allgemeinen Profil kreuzen Sie die Risikobereiche an, etwa Umgang mit Geld, mit sensiblen Informationen oder mit schutzbedürftigen Menschen. Für einige Branchen gibt es eigene Profile, zum Beispiel für das Bildungswesen.

Schritt 3: die Daten der Person eintragen. Sie erhält danach eine E-Mail von Justis mit Link und Antragscode.

Schritt 4: die Person schließt den Antrag ab. Dafür braucht sie DigiD, iDEAL und eine Eintragung im niederländischen Melderegister (BRP). Justis meldet sich meist innerhalb von ein bis vier Wochen, manchmal dauert es bis zu acht.

Schritt 5: die VOG prüfen. Justis verpflichtet Arbeitgeber, eine VOG auf Richtigkeit und Echtheit zu prüfen. Kontrollieren Sie das Screeningprofil und validieren Sie eine digitale VOG über validatie.nl.

Ohne eHerkenning oder ohne Nummer der niederländischen Handelskammer geht es auch auf Papier: Sie füllen Abschnitt 2 des Formulars aus, und die Person reicht es bei ihrer Gemeinde ein.

Wer zahlt die Kosten einer VOG?

Die Person, die sich bewirbt, beim Antrag. Laut Justis zahlt man nicht für die VOG selbst, sondern für die Bearbeitung: 33,85 Euro, wenn der Arbeitgeber den Antrag digital vorbereitet hat, 41,35 Euro über die Gemeinde oder bei einem direkten Antrag bei Justis. Mehrwertsteuer fällt nicht an, eine Rechnung gibt es nicht. Sie dürfen den Betrag erstatten, etwa mit einem Satz im Angebot. Kostenlos ist die VOG nur für Ehrenamtliche, die mit schutzbedürftigen Gruppen arbeiten.

Justis warnt außerdem vor kommerziellen Anbietern, die den Antrag gegen Aufpreis vorbereiten. Sie gehören nicht zu Justis und sind nicht schneller.

Kann eine Bewerberin oder ein Bewerber die VOG selbst beantragen?

Für eine Stelle nicht. Justis schreibt, dass ein Antrag nur möglich ist, wenn ein Arbeitgeber, eine Organisation oder eine Einrichtung darum gebeten hat. Wer mit einer eigenen VOG kommt, hat eine, die für einen anderen Arbeitgeber oder Zweck ausgestellt wurde, und die sagt über Ihre Stelle nichts.

Eine Ausnahme gilt für Personen, die nicht in einer niederländischen Gemeinde gemeldet sind, etwa wer noch in Deutschland wohnt. Sie beantragen die VOG direkt bei Justis per E-Mail, mit einem Formular, in dem Sie als Arbeitgeber Zweck und Screeningprofil angeben. Die Entscheidung dauert laut Justis dann vier bis acht Wochen.

Bereiten Sie den Antrag deshalb vor, sobald feststeht, dass Sie ein Angebot machen. Nennen Sie die VOG schon in der Anzeige oder im ersten Gespräch, wie jede andere harte Anforderung; warum solche Anforderungen nach vorne gehören, zeigen unsere Zahlen zu Bewerbungsformularen. Wie die Referenzprüfung dazu passt, lesen Sie unter Referenzen prüfen und Führungszeugnis.

Was fragen Arbeitgeber uns zur VOG?

Wie lange dauert ein VOG-Antrag?

Für gemeldete Personen stellt Justis die VOG meist innerhalb von ein bis vier Wochen aus oder bittet um weitere Angaben, manchmal dauert es bis zu acht Wochen. Die Dauer sagt nichts über das Ergebnis. Planen Sie diese Zeit zwischen Angebot und erstem Arbeitstag ein, denn wer wochenlang nichts hört, sucht weiter, und das ist ein bekannter Moment, an dem Kandidaten abspringen.

Dürfen Sie für jede Stelle eine VOG verlangen?

Nicht ohne Grund. Justis weist darauf hin, dass ein Screening nur im Rahmen der DSGVO zulässig ist: Sie brauchen ein berechtigtes Interesse, das Screening muss notwendig sein, Sie informieren die Person und bewahren die Daten nicht länger als nötig auf. Für manche Berufe, etwa in der Kinderbetreuung, ist die VOG gesetzlich vorgeschrieben.

Wer bereitet die VOG vor, wenn eine Agentur für Sie sucht?

Sie als Arbeitgeber, denn das Screeningprofil gehört zur Stelle in Ihrer Organisation. Legen Sie vorher fest, wer die Person informiert und wann der Antrag bereitsteht. Wie wir die Arbeit aufteilen, lesen Sie bei den Fragen zu unserer Vorgehensweise, und wie sich Formen des Outsourcings unterscheiden, unter RPO oder Personalvermittlung.

SocialFind hat diesen Artikel auf Grundlage der Quartalszahlen und der Regeln von Justis geschrieben, geprüft am 22. Oktober 2026. Dies ist keine Rechtsberatung. Wenn Sie solche Artikel per E-Mail erhalten möchten, melden Sie sich für unseren Newsletter an.

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