Intern oder extern besetzen: Welche Wege der Personalbeschaffung gibt es, und wann passt welcher?
Bei 27 Prozent der Neueinstellungen 2025 waren eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte der entscheidende Weg. Wann Sie intern besetzen und wann extern suchen.
Von Pieter van Dooren, Co-Founder
Laut IAB-Stellenerhebung haben Betriebe 2025 bei 48 Prozent aller erfolgreichen Stellenbesetzungen auch über eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte gesucht, und bei 27 Prozent der Neueinstellungen war dieser Weg entscheidend. Online-Kanäle wie Jobbörsen, die eigene Homepage und soziale Medien gaben zusammen in 52 Prozent der Fälle den Ausschlag. Die Wahl zwischen intern und extern ist also selten entweder oder.
Welche Wege der Personalbeschaffung gibt es?
Bei der internen Personalbeschaffung besetzen Sie eine Stelle mit jemandem, der schon bei Ihnen arbeitet: durch Beförderung, Versetzung oder eine interne Ausschreibung. Bei der externen Personalbeschaffung holen Sie jemanden von außen, über eine Stellenanzeige, eine Jobbörse, die eigene Karriereseite, soziale Medien, eine Personalvermittlung oder die Bundesagentur für Arbeit.
Dazwischen liegt ein Weg, der oft verwechselt wird: die Empfehlung durch eigene Beschäftigte. Die Person kommt von außen, aber Sie finden sie über Ihr eigenes Team. Genau das misst das IAB mit "eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte". Es ist also kein Maß für interne Besetzung, sondern für ein externes Netzwerk, das über die Belegschaft läuft. Was Empfehlungsprogramme leisten und wo ihre Grenzen liegen, lesen Sie in funktionieren Mitarbeiterempfehlungen.
Wann ist intern besser, wann extern?
Intern besetzen lohnt sich, wenn die Stelle viel Wissen über Ihre Abläufe, Kunden oder Systeme verlangt und es jemanden gibt, der den nächsten Schritt machen will. Die Einarbeitung ist kürzer, Sie kennen die Person, und Sie zeigen dem Team, dass Wachstum im Haus möglich ist. Der Nachteil: Die alte Stelle wird frei, und die Lücke verschiebt sich nur.
Extern besetzen ist besser, wenn Sie eine Fähigkeit brauchen, die im Haus fehlt, wenn das Team frischen Blick braucht oder wenn mehrere Stellen gleichzeitig offen sind. Der Nachteil: Es dauert länger, kostet mehr und bringt ein größeres Risiko, dass die Person nicht passt.
Die Zahlen des IAB zeigen, dass externe Suche sich stark verschiebt: Online-Medien sind auf dem Vormarsch, während der Weg über persönliche Kontakte wichtig bleibt. Für Sie heißt das, dass Sie extern nicht nur einen Kanal brauchen, sondern eine Kombination. Einen Überblick über die Wege finden Sie unter Mitarbeiter finden.
Es gibt auch eine Mischform: Sie schreiben die Stelle gleichzeitig intern und extern aus. Dann vergleichen Sie Ihre eigene Kandidatin oder Ihren eigenen Kandidaten mit dem Markt. Sagen Sie der internen Person aber vorher offen, wie Sie entscheiden, sonst wirkt eine Absage wie eine stille Zurückstufung, und Sie verlieren womöglich genau die Person, die wachsen wollte.
Wie entscheiden Sie in vier Schritten?
Erstens: Schreiben Sie auf, was die Stelle in den ersten sechs Monaten leisten muss, nicht nur, welche Abschlüsse nötig sind. Zweitens: Schauen Sie ehrlich, ob jemand im Haus das in absehbarer Zeit kann, auch mit etwas Weiterbildung. Drittens: Rechnen Sie die Folgestelle mit. Wird intern jemand befördert, müssen Sie dessen Stelle oft extern besetzen. Viertens: Legen Sie eine Frist fest. Findet sich intern nach einer Ausschreibung von zwei bis drei Wochen niemand, starten Sie die externe Suche, statt weiter zu warten.
Haben Sie ein eigenes Recruiting-Team, entscheidet dieses oft schon über den Weg. Wie ein externer Partner dann ergänzt statt ersetzt, steht unter RPO oder internes Recruiting-Team.
Was fragen Arbeitgeber zur internen und externen Personalbeschaffung?
Muss ich eine Stelle intern ausschreiben, bevor ich extern suche?
Das hängt von Ihrem Betrieb ab. Nach § 93 des Betriebsverfassungsgesetzes kann der Betriebsrat verlangen, dass Arbeitsplätze vor ihrer Besetzung innerhalb des Betriebs ausgeschrieben werden. Gibt es keinen Betriebsrat oder keine solche Vereinbarung, sind Sie frei. Auch dann lohnt eine kurze interne Ausschreibung, weil Sie so niemanden übersehen, der wechseln möchte.
Ist eine Mitarbeiterempfehlung interne oder externe Personalbeschaffung?
Externe. Die neue Person arbeitet noch nicht bei Ihnen, Sie erreichen sie nur über Ihr Team. Gerade deshalb ist der Weg so wirkungsvoll: Laut IAB war der Weg über eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte 2025 bei gut einem Viertel der Neueinstellungen entscheidend. Er ersetzt aber keine aktive Suche, weil das Netzwerk eines Teams nach einigen Empfehlungen meist ausgeschöpft ist.
Wie verbinde ich internes Recruiting mit einem externen Partner?
Klären Sie vorab, wer was macht: wer die interne Ausschreibung betreut, wer extern sucht und wer am Ende entscheidet. Ein Partner sollte sich an Ihre Abläufe anpassen, nicht umgekehrt. Wie das in den ersten Wochen aussieht, lesen Sie unter RPO-Implementierung und in den Fragen interner Recruiting-Teams.
SocialFind hat diesen Artikel auf Grundlage der IAB-Stellenerhebung 1/2026 und des Betriebsverfassungsgesetzes geschrieben, geprüft am 21. Oktober 2026. Dies ist keine Rechtsberatung. Wenn Sie solche Artikel per E-Mail erhalten möchten, melden Sie sich für unseren Newsletter an.
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